10.-13.Mai 2018

Gegen 18:00 Uhr kam der Bus in Oberbeuren am Gerätehaus an. Der Empfang war sehr herzlich und als Geschenk konnten wir einen hinterleuchteten „Roten Hahn“, gefertigt aus einer Edelstahlplatte in Empfang nehmen. Er bekommt einen Ehrenplatz an der Fassade des Gerätehauses. Das Besondere daran ist, dass der baugleiche „Rote Hahn“ mit entsprechender Aufschrift am Gerätehaus in Klausdorf hängt, - ein ganz besonderes Zeichen der Verbundenheit.
Am Freitag traf man sich am Alten Rathaus in Kaufbeuren. Nach einem Gruppenbild bat uns Oberbürgermeister Stefan Bosse in den Alten Sitzungssaal zum Festakt. Die musikalische Umrahmung übernahm eine Gruppe des Kindergarten St. Josef. Der Oberbürgermeister konnte 49 Feuerwehrfrauen und –männer mit Ihren Partnerinnen und Partner begrüßen. Er zeigte sich überwältigt von all den in Uniform erschienenen Feuerwehrangehörigen beider Feuerwehren und bezeichnete die Partnerschaft als außergewöhnlich.

Vorsitzender Michael Waldner ging auf den Beginn der Freundschaft beider Feuerwehren en. Es war Zufall, dass Reiner Grätz als Teilnehmer eines Lehrgangs an der TSLw 1 am Vatertag 1988 auf die Feuerwehr Oberbeuren stieß, die am Waldesrand oberhalb von Oberbeuren Ihren Familientag feierte. Aus dem Adressentausch mittels Bierdeckel entwickelte sich eine Freundschaft, die 1993 offiziell als Partnerschaft ebenfalls im Alten Sitzungssaal des Rathauses besiegelt wurde. Seither wächst und gedeiht die Freundschaft und die Partnerschaft hat einen ganz besonderen Stellenwert innerhalb der beiden Feuerwehren.

Kai Lässig, der Klausdorfer Wehrführer, bedankte sich zunächst bei OB Bosse für die Zurverfügungstellung des ehrwürdigen Saals und bei den Oberbeurer Kameraden für den herzlichen Empfang. Er zeigte sich froh und stolz zugleich, dass sie mit der FF Oberbeuren einen Partner für eine unter Feuerwehren in Deutschland seinesgleichen suchende innige Freundschaft und Partnerschaft finden konnten. Er brachte allen Anwesenden sehr amüsant die Eigenheiten des Norddeutschen in der Sprache und im Verhalten bei.

Ein Gedicht von Kommandant Stefan Waldner beschrieb die ersten Annäherungen und die Highlights der vergangenen Zeit. Er schloss mit den Worten:

„Für die Zukunft – das wünsche ich mir

noch viele Treffen bei Euch und auch hier

dass wir uns noch oft gesund und munter wieder seh´n

und in 25 Jahren wieder hier im ehrwürdigen Sitzungssaal steh´n!

 

Olaf Meier-Lürsdorf, der ehemalige Klausdorfer Wehrführer und jetzige stellvertretende Kreiswehrführer im Landkreis Plön sprach in seiner Festansprache von einer großartigen Freundschaft und einer grandiosen Partnerschaft. Gegensätze ziehen sich irgendwie an, es war „Liebe auf den ersten Blick“, man war auf der gleichen Wellenlänge. Es fehlt aber auch nicht an Achtung und Respekt, den die Feuerwehren entgegenbringen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt bei der privaten Unterbringung bei Gastfamilien. Denn diese ganz persönliche Verbindung von Mensch zu Mensch, von Familie zu Familie ist die erweiterte Basis der Freundschaft zwischen beiden Feuerwehren. Die große Entfernung zwischen Oberbeuren und Klausdorf ist nicht Hindernis, sondern vielmehr Brücke und eine starke Verbindung zwischen beiden, getreu dem Motto: Partnerschaft verbindet: die Berge mit der Ostsee, Oberbeuren mit Klausdorf.

Es waren die damaligen Leiter der Feuerwehren – der leider 2015 verstorbene Gemeindewehrführer Holger D’Avis in Klausdorf und Kommandant Josef Waldner in Oberbeuren, die die Partnerschaft zu dem machten, was sie heute ist. Aus diesem Grunde und seiner absoluten Überraschung zeichnete Olaf Meier-Lürsdorf den Ehrenkommandant Josef Waldner mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze des Deutschen Feuerwehrverbandes aus. In der Laudatio hieß es: „Josef hat die Partnerschaft entscheidend geprägt, beeinflusst und gelebt.“

Doch damit mit den Ehrungen nicht genug! Stadtbrandrat Helmut Winkler verlieh Olaf Meier-Lürsdorf und Josef Waldner jeweils die Bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille in Bronze für die hervorragende Entwicklung und Fortführung der Partnerschaft. So war es Olaf Meier-Lürsdorf, der 2002 die Leitung der Feuerwehr Klausdorf und somit die Partnerschaft von Holger D’Avis übernahm und mit Herzblut weiter fortführte und bis zum heutigen Tag mit persönlichem Einsatz unterstützt.

Nach dem sehr emotionalen Festakt, bei dem kaum ein Auge trocken blieb, dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Kaufbeuren und einer kulinarischen Stärkung besuchten alle Gäste mit Ihren Gastfamilien das Feuerwehrmuseum auf dem Momm-Gelände. Nach einer ausgiebigen Erkundung und Gesprächen mit dem Museumspersonal war Kaffee und selbstgemachter Kuchen liebevoll vorbereitet.

Den Abschluss des Tages bildete ein feierlicher Dankgottesdienst, ökumenisch gehalten von Pfarrerin Britta Gamradt und Pfarrer Bernhard Waltner, gestaltet von Feuerwehrangehörigen beider Wehren, musikalisch begleitet von der Musikkapelle „Harmonie“ Oberbeuren und dem Organisten Erich Schweiger in der Stadtpfarrkirche St. Dionysius. Pfarrerin Gamradt ging mit Ihrer Predigt auf die Partnerschaft ein und traf genau den Nerv. Pfarrer Waltner war sich sicher: „Das hätte Jesus gefallen“, wenn sich Menschen in dieser herzlichen und wertschätzenden Art treffen und miteinander feiern.

Am Samstag war es dann an der Zeit, dass alle nach 30 Jahren mal sehen konnten, wo alles entstand. Nach einer kleinen Wanderung ausgehend von der Kirche, erreichte man gegen Mittag die Hütte am Waldrand oberhalb von Oberbeuren, die eigentlich gedacht war, landwirtschaftliche Maschinen zu beherbergen. Es wurde gemeinsam gegrillt, gespielt, alte Bilder betrachtet und die gemeinsame Zeit genossen. Der Nachmittag war zur freien Verfügung, welche die ein oder anderen für eine Fahrt Richtung Berge nutzten.

Ein „Bayerischer Abend“ im Pfarrsaal bildete den gesellschaftlichen Abschluss des Treffens. Neben dem Hausherrn, Pfarrer Waltner, dem Bürgermeister Gerhard Bucher und dem Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl, ließ es sich der Staatsminister im Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie Franz-Josef Pschierer nicht nehmen, den Abend im Kreise der Feuerwehrleute aus Nah und Fern zu genießen. Für beste Unterhaltung mit Ihrem Musik- und Kabarettprogramm sorgten die „Maulquappen“. Sie verstanden es mit Witz und Humor, der bayerischen Eigenart und aktuellen Themen das norddeutsche und das einheimische Publikum zu begeistern. Der Abend – und somit das Treffen- ging viel zu schnell zu Ende.

Am Sonntag hieß es wieder Abschied nehmen. Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet mit Weißwürsten und Wiener, brachen die Gäste gegen 11.00 Uhr auf und traten die Rückreise an. Alle waren sich einig, dass das Treffen im Ranking ganz oben anzusiedeln ist: Ein tolles, bewegendes Programm bei Kaiserwetter, hervorragend organisiert und gemeinsam durchgeführt. Getreu dem Motto: Partnerschaft verbindet: Die Berge mit der Ostsee, Oberbeuren mit Klausdorf!

 

Programm:

Donnerstag, 10.05.2018

      17-19:00 Uhr    Ankunft mit Sektempfang am Gerätehaus

Freitag, 11.05.2018

           10:00 Uhr    Festakt im Rathaus in Uniform, ca. 11:15 Uhr Pressegespräch

               danach    Besuch des Feuerwehrmuseums, Kaffee und Kuchen

           19:00 Uhr    Festgottesdienst in Uniform in der Pfarrkirche St. Dionysius

 Samstag: 12.05.2018

           10:30 Uhr    Treffpunkt am „Alten Gerätehaus

                              Wanderung an den Ort, an dem die Partnerschaft begann.

                              Jeder bringt das mit, was er essen und grillen möchte – wie früher...

                              Shuttle zum Stadel vorhanden, Getränke sind vor Ort!

                              Achtung: Findet nur bei trockener Witterung statt!

            19:00 Uhr    Bayerischer Abend im Pfarrsaal

 Sonntag: 13.05.2018

           9:30 Uhr       Weißwurstfrühstück im Pfarrsaal und Verabschiedung der Gäste

 

30 Jahre Freundschaft - 25 Jahre Partnerschaft

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